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Wo keine Luft hinkommt
Sie ziehen den Kleiderschrank von der Wand und dahinter ist alles schwarz. Im Rest des Zimmers nichts. Das ist kein Zufall und auch nicht Ihre Schuld.
Hinter einem Schrank an der Außenwand passieren zwei Dinge gleichzeitig. Die warme Zimmerluft kommt nicht mehr an die Wand, und das Möbelstück wirkt wie eine Decke, die die Wand von der Heizung abschirmt. Die Wandfläche dahinter wird deutlich kälter als der Rest.
Dieselbe Wand, dasselbe Zimmer, nur einmal frei und einmal mit einem Schrank davor. Frei liegt die Oberfläche bei 12,1 Grad. Hinter dem Schrank sind es 7,0 Grad. Das sind fünf Grad Unterschied, ohne dass sich am Haus irgendetwas geändert hat.
Bei 7 Grad liegt die Oberfläche unter dem Taupunkt. Da bildet sich echtes Wasser, nicht nur hohe Luftfeuchte. Deshalb ist der Fleck hinter dem Schrank fast immer feucht und schmierig, während er an der freien Wand nur staubig schwarz ist.
Die Rechnung ist eindeutig. Bleibt der Schrank stehen, wo er steht, brauchen Sie 80 Millimeter Platte, damit die Wand sicher ist. Rücken Sie ihn zehn Zentimeter ab, reichen 25 Millimeter. Der Unterschied kostet ungefähr das Dreifache an Material und nimmt Ihnen zusätzlich fünf Zentimeter Raum weg.
Die billigste Maßnahme ist umstellen.
Schwere Möbel gehören an Innenwände, nicht an Außenwände. Wenn das nicht geht, lassen Sie mindestens fünf bis zehn Zentimeter Abstand und schneiden Sie unten und oben in die Rückwand des Schranks je einen Lüftungsschlitz. Das kostet nichts und bringt mehr als zwei Zentimeter Dämmung.
Ein Schlafzimmer ist meist der kühlste Raum der Wohnung, oft nur 17 oder 18 Grad. Gleichzeitig ist es der feuchteste. Ein Mensch gibt in acht Stunden Schlaf etwa einen halben Liter Wasser an die Luft ab, zu zweit also fast einen Liter, jede Nacht.
Kalte Luft kann weniger Wasser halten. Ein kühler Raum mit viel Feuchte ist deshalb die ungünstigste Kombination, die es gibt. Genau deshalb ist der häufigste Ratschlag falsch, das Schlafzimmer kalt zu halten und die Tür zum warmen Wohnzimmer offen zu lassen. Die warme, feuchte Luft aus dem Wohnzimmer zieht in den kalten Raum und schlägt sich dort an der kältesten Fläche nieder.
Häufige Fragen
Nein, wenn Sie mit der passenden Stärke dämmen. Rechnen Sie aber ehrlich: wenn der Schrank nach der Sanierung wieder direkt an die Wand kommt, brauchen Sie die dickere Platte. Sagen Sie uns beim Beraten einfach, was da hinsoll.
Die Platte muss die ganze Wandfläche abdecken, nicht nur das Stück hinter dem Möbel. Sonst entsteht am Plattenrand eine neue kalte Kante, und der Fleck wandert dorthin.
Kurzfristig ja, dauerhaft ist er teuer und laut. Ein Entfeuchter senkt die Raumluftfeuchte, ändert aber nichts an der kalten Wandfläche. Sobald er aus ist, ist alles wie vorher. Er ist eine gute Überbrückung, bis Sie die Wand in Ordnung bringen, keine Lösung.
Weil Schimmel wächst, lange bevor man ihn sieht. Bei 80 Prozent Feuchte an der Oberfläche keimen die Sporen, sichtbar wird der Befall erst Wochen später. Der Geruch ist oft das erste Zeichen. Ziehen Sie in dem Fall die Möbel von den Außenwänden ab und schauen Sie dahinter.
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