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Feuchte Kellerwand aus Ziegelmauerwerk

Wo Lüften alles schlimmer macht

Feuchter Keller

Im Keller machen die meisten Menschen genau das Falsche, und zwar mit den besten Absichten: sie lüften an einem warmen Sommertag.

Kellerwände sind das ganze Jahr über kühl, weil das Erdreich dahinter kühl ist. Im Winter ist das kein Problem: die Außenluft ist trocken, und selbst wenn sie sich abkühlt, bringt sie wenig Wasser mit. Im Sommer kippt die Rechnung komplett.

Der Sommerfehler

An einem warmen Julitag hat die Außenluft 25 Grad und 65 Prozent Feuchte. Das klingt harmlos. In Wirklichkeit trägt diese Luft rund 15 Gramm Wasser pro Kubikmeter mit sich.

Sie machen das Kellerfenster auf, damit es "durchzieht". Diese warme Luft trifft auf eine Wand mit 17 Grad und kühlt sofort ab. Kalte Luft kann weniger Wasser halten. Das überschüssige Wasser bleibt an der Wand.

Mit anderen Worten: Sie haben den ganzen Nachmittag lang Wasser in den Keller gepumpt und dabei geglaubt, Sie trocknen ihn.

Die Regel: nur lüften, wenn es draußen kälter ist als drinnen.

Im Sommer heißt das nachts oder früh am Morgen, zwischen fünf und acht Uhr. Am besten legen Sie ein einfaches Thermometer mit Hygrometer in den Keller und eines nach draußen. Wenn die Außenluft weniger Wasser trägt als die Kellerluft, dürfen Sie lüften. Sonst bleibt das Fenster zu.

Vorher: um welche Feuchte geht es überhaupt?

Das ist die wichtigste Frage im Keller, und sie entscheidet, ob eine Klimaplatte überhaupt das richtige Produkt ist.

  • Kondensfeuchte aus der Luft. Die Wand ist trocken, aber kalt, und das Wasser kommt aus der Raumluft. Erkennbar daran, dass es im Sommer schlimmer ist als im Winter, und daran, dass die Feuchte oben an den Wänden und in den Ecken sitzt. Hier ist die Klimaplatte richtig.
  • Aufsteigende Nässe aus dem Boden. Erkennbar an einem waagerechten Rand in etwa einem halben bis einem Meter Höhe, an abplatzendem Putz und an weißen Salzausblühungen. Hier ist die Klimaplatte falsch. Die Wand muss zuerst horizontal abgedichtet werden, sonst kleben Sie die Platte auf eine Wand, die von unten weiter Wasser nachschiebt.
  • Drückendes Wasser von außen. Nasse Flecken nach jedem Regen, oft an einer bestimmten Stelle. Das ist ein Fall für eine Abdichtung von außen, nicht für eine Innendämmung.

Wenn es Kondensfeuchte ist

Dann ist der Keller sogar ein dankbarer Fall. Die Platte hebt die Oberfläche über die Schimmelgrenze, in unserer Rechnung von 17,2 auf 18,6 Grad. Die Feuchtespitzen nach schwülen Tagen fängt das Material nebenbei ab, wie ein Schwamm, der sich von selbst wieder leert.

Ein Keller mit dauerhaft 75 Prozent Luftfeuchte ist allerdings auch mit Platten nicht zu retten. Dann muss zuerst die Feuchtequelle weg, sonst arbeiten Sie gegen Nachschub.

So gehen Sie vor

  1. Hygrometer aufstellen Zwei Wochen lang morgens und abends ablesen. Ohne diese Zahlen ist jede Empfehlung geraten.
  2. Wandfuß ansehen Waagerechter Rand, abplatzender Putz, weiße Ausblühungen? Dann erst die Abdichtung klären, bevor Sie irgendetwas kaufen.
  3. Lüften umstellen Sommer: nachts und früh morgens. Winter: kurz und kräftig. Diese Umstellung kostet nichts und wirkt sofort.
  4. Dämmen 25 bis 30 Millimeter reichen im Keller meist, weil der Temperaturunterschied kleiner ist als bei einer Außenwand im Winter.

Häufige Fragen

Was Kunden zum Keller fragen.

Ich lagere Kartons im Keller. Was ändert sich?

Alles, was an der Außenwand steht, wirkt wie ein Schrank vor einer Außenwand: die Luft kommt nicht mehr an die Wand, die Fläche dahinter wird kälter. Lassen Sie zehn Zentimeter Abstand und stellen Sie Regale nicht direkt an die Außenwand.

Hilft ein Bautrockner?

Als Sofortmaßnahme ja, dauerhaft ist er teuer. Wichtiger ist, herauszufinden, woher das Wasser kommt. Wenn ein Trockner läuft und die Feuchte innerhalb von Stunden wieder steigt, kommt sie nicht aus der Luft, sondern aus der Wand oder dem Boden.

Kann ich Klimaplatten auf eine feuchte Wand kleben?

Auf eine kalte ja, auf eine nasse nein. Die Wand muss zum Zeitpunkt der Montage trocken sein und darf danach kein Wasser mehr nachbekommen. Bei aufsteigender Nässe muss zuerst abgedichtet werden.

Warum riecht mein Keller muffig, obwohl er trocken aussieht?

Der typische Kellergeruch kommt von Schimmelpilzen, die auf Staub, Holz und Kartons wachsen, lange bevor an der Wand etwas zu sehen ist. Der Geruch ist damit ein besserer Frühwarner als das Auge. Messen Sie die Luftfeuchte: alles über 65 Prozent im Dauerbetrieb ist zu viel.

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