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Schimmel in der Zimmerecke einer kalten Außenwand

Die kalte Seite des Hauses

Schimmel an der Außenwand

Meistens ist es die Nord- oder die Westwand. Der Fleck sitzt oben in der Ecke oder unten am Boden, und im Sommer ist er weg. Das hat einen Grund, und der ist berechenbar.

Eine Außenwand hat immer eine kalte Seite. Im Winter zieht die Kälte durch das Mauerwerk nach innen, und die Oberfläche im Zimmer wird kühler als die Luft davor. Das allein ist noch kein Problem. Zum Problem wird es, weil kalte Luft weniger Wasser halten kann als warme.

Was an der Wand passiert

In Ihrem Zimmer sind 20 Grad und 55 Prozent Luftfeuchte. Das ist völlig normal, danach würde niemand einen Fachmann rufen. Direkt an der Wandfläche sieht die Sache anders aus. Bei einer Vollziegelwand von 24 Zentimetern liegt die Oberfläche im Winter bei rund 13,6 Grad. Die Luft an dieser Fläche kühlt ab, und beim Abkühlen steigt ihre relative Feuchte. Aus 55 Prozent im Raum werden 82 Prozent direkt an der Wand.

Ab 80 Prozent wächst Schimmel. Nicht ab 100.

Das ist der Punkt, den fast niemand erklärt. Sie müssen kein Wasser an der Wand sehen. Kondenswasser bildet sich erst bei 100 Prozent, Schimmelsporen keimen aber schon ab 80 Prozent an der Oberfläche. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt der ganze Ärger.

In Zahlen: die Oberfläche müsste 14,1 Grad warm sein, damit die Feuchte unter 80 Prozent bleibt. Sie hat 13,6. Es fehlt ein halbes Grad. Mehr braucht Schimmel nicht.

Warum es in der Ecke schlimmer ist

In einer Zimmerecke treffen zwei kalte Flächen aufeinander. Außen ist die Fläche, die Wärme abgibt, größer als innen die Fläche, die Wärme aufnimmt. Dazu kommt, dass die Raumluft in der Ecke schlechter zirkuliert. Beides zusammen drückt die Oberflächentemperatur weiter nach unten, bei derselben Wand auf rund 10 Grad.

Bei 10 Grad ist der Taupunkt unterschritten. Dort bildet sich echtes Kondenswasser, und deshalb sitzt der schwarze Fleck fast immer genau in der Ecke und nicht mitten auf der Wand.

Warum Anti-Schimmel-Farbe das nicht löst

Ein Anstrich mit Bioziden tötet den Schimmel, der da ist. An der Oberflächentemperatur ändert er nichts. Die Wand bleibt genauso kalt, die Feuchte bleibt bei 82 Prozent, und das Biozid wäscht mit der Zeit aus. Nach zwei bis drei Jahren sind Sie wieder am Anfang, nur mit einer zusätzlichen Farbschicht auf der Wand.

Eine Klimaplatte greift eine Stufe früher an. Sie legt sich als Dämmschicht vor das Mauerwerk und hebt die Oberflächentemperatur. Aus 13,6 Grad werden mit 25 Millimetern 16,5 Grad, und damit fällt die Feuchte an der Oberfläche von 82 auf 69 Prozent. Der Schimmel verliert seine Grundlage, ohne dass ihn jemand vergiften muss.

So gehen Sie vor

  1. Ursache ausschließen Wenn die Wand auch im Sommer feucht ist, wenn der Putz absandet oder wenn unten ein waagerechter Feuchterand steht, ist es keine Kondensfeuchte, sondern aufsteigende Nässe oder ein Leck. Dann hilft keine Klimaplatte. Rufen Sie in dem Fall an, bevor Sie etwas kaufen.
  2. Fläche ausmessen Immer die ganze Wand, nicht nur den Fleck. Eine halb gedämmte Wand verschiebt die kalte Stelle nur an den Rand der Platte.
  3. Stärke berechnen Für eine freie Vollziegelwand reichen meist 25 bis 30 Millimeter. In der Ecke und hinter Möbeln braucht es mehr. Der Mengenrechner spuckt Ihnen die Zahl direkt aus.
  4. Schimmel entfernen Vor der Montage wird der Befall abgewaschen, nicht überklebt. Trockene Sporen nicht abbürsten, das verteilt sie im Raum.
  5. Platten setzen Vollflächig verkleben, versetzte Fugen, von unten nach oben. Jeder Schritt steht in der Montageanleitung.

Wie weit muss die Platte reichen

Über die betroffene Fläche hinaus, und zwar deutlich. Als Faustregel: die Platte reicht mindestens 50 Zentimeter über den sichtbaren Fleck hinaus, und an einer Außenecke immer um die Ecke herum auf beide Wandseiten.

Der Grund ist einfach. Am Rand der gedämmten Fläche entsteht eine neue kalte Kante, dort wo die Platte aufhört. Wenn dieser Rand mitten in der kalten Zone liegt, wandert der Schimmel genau dorthin. Am besten dämmt man die komplette Wand von Ecke zu Ecke.

Der Raum wird kleiner. Ein bisschen.

25 Millimeter Platte plus Kleber und Spachtel kosten Sie etwa drei Zentimeter Raumtiefe pro Wand. Bei einer Wand von vier Metern sind das zwölf Zentimeter Grundfläche. Das merkt man an der Fußleiste, nicht beim Wohnen.

Häufige Fragen

Was Kunden an dieser Stelle fragen.

Reicht es, nur die Ecke zu dämmen?

Nein, und das ist der häufigste Fehler. Wenn Sie nur einen Streifen in der Ecke dämmen, entsteht am Plattenrand eine neue kalte Kante, und der Schimmel setzt sich dort ab. Dämmen Sie die ganze Wandfläche, von Ecke zu Ecke und von der Fußleiste bis zur Decke.

Kann ich danach normal tapezieren?

Streichen ja, tapezieren besser nicht. Die Platte funktioniert nur, wenn sie Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Eine Raufasertapete mit Dispersionskleber und ein dichter Latexanstrich machen genau das kaputt. Nehmen Sie mineralische Farbe, also Silikat oder Kalk.

Wie lange dauert es, bis die Wand trocken ist?

Die Wand selbst ist meist trocken, sie ist nur kalt. Nach der Montage braucht der Kleber je nach Stärke und Raumklima ein bis zwei Wochen, bis die Restfeuchte aus dem Mörtel raus ist. In dieser Zeit gut lüften und nicht sofort streichen.

Was ist, wenn die Wand von außen gedämmt werden könnte?

Dann machen Sie das. Eine Außendämmung ist bauphysikalisch immer die bessere Lösung, weil die ganze Wand warm bleibt. Klimaplatten sind für die Fälle, in denen außen nicht geht: Denkmalschutz, Sichtfachwerk, Eigentümergemeinschaft, eine einzelne betroffene Wohnung, oder schlicht das Budget.

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